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TrackForward-Geschäftsführer Marc Schmerbach sprach mit RAILTALKS – dem Netzwerk von über 45 Partnern für die Schiene von morgen – über intelligente Wartung, aktuelle Praxis bei Bahnbetreibern und die Zukunft des datengetriebenen Flottenmanagements.

Wie kann Datenanalyse dazu beitragen, Züge effizienter und sicherer zu betreiben? Welche Rolle spielen Algorithmen in der Instandhaltung – und wie überzeugt man erfahrene Praktiker von digitalen Lösungen?

Track Forward arbeitet daran, die Wartung und Sicherheit im Bahnverkehr mit Daten und smarter Technologie zu verbessern. Kannst du einmal erklären, wie euer Ansatz Bahnbetreibern hilft, Züge reibungslos am Laufen zu halten?

Ja, sehr gern. Im Kern helfen wir Betreibern dabei, aus bereits vorhandenen Daten klügere Entscheidungen zu treffen – vor allem bei der Wartung. Ein gutes Beispiel sind Radsätze. Sie gehören zu den teuersten und sicherheitskritischsten Teilen eines Fahrzeugs. Wenn die Wartung zu spät eingeplant wird, kann das zu Ausfällen führen. Greift man zu früh ein oder gibt falsche Vorgaben, verschenkt man Material und Geld. Unsere Softwarelösung „WheelSense“ wertet die regelmäßigen Messdaten aus und zeigt, wann Instandhaltung nötig ist und welchen Vorgaben die Instandhaltung fahrzeugspezifisch folgen sollte. So vermeiden wir unnötige Standzeiten, verlängern die Lebensdauer von Bauteilen und erhöhen damit letztlich die Verfügbarkeit der Fahrzeuge.

Es ist sicher nicht immer einfach, neue datenbasierte Lösungen einzuführen. Wie überzeugst du Beteiligte denn davon, Empfehlungen von Algorithmen zu vertrauen – statt sich nur auf traditionelle Methoden zu verlassen?

Das ist ein wichtiger Punkt – Vertrauen entsteht nicht durch PowerPoint-Folien, sondern durch echte Ergebnisse. Wir holen die Beteiligten deshalb von Anfang an ins Boot: Wir zeigen transparent, wie unsere Algorithmen funktionieren, lassen die Nutzer mitentscheiden und integrieren ihr Know-how. Dabei setzen wir nicht auf hochkomplexe Ansätze, sondern auf pragmatische Lösungen, die in der Praxis wirken. Denn am Ende machen nicht die Algorithmen den Unterschied – sondern die Art und Weise, wie ihre Ergebnisse in den Arbeitsalltag eingebettet werden, sodass daraus echte Prozessverbesserungen entstehen.

Kannst du ein Beispiel nennen, bei dem eure Lösung einem Bahnbetreiber wirklich geholfen hat – etwa um Probleme zu vermeiden oder Geld zu sparen?

Ein gutes Beispiel ist unsere Zusammenarbeit mit Railpool, einem der größten Vermieter von Lokomotiven in Europa. Dort haben wir eine digitale Lösung eingeführt, die hilft, den Zustand der Radsätze besser im Blick zu behalten und proaktiv zu handeln. Das bedeutet: Weniger Überraschungen, eine gezieltere Planung und folglich eine erhöhte Verfügbarkeit. Das zeigt, wie praxisnah und effektiv unsere Technologie bereits eingesetzt wird.

Über welche Entwicklungen freust du dich bei Track Forward aktuell am meisten – und was begeistert dich an den Projekten, die bald kommen?

In den vergangenen Jahren haben wir viele spannende Projekte für unterschiedliche Kunden umgesetzt – die Entwicklung eigener Produkte ist dagegen noch ein relativ junger, aber umso vielversprechenderer Teil unserer Arbeit. Ich freue mich besonders darauf, diesen Weg in den kommenden Jahren weiter auszubauen. Unser Ziel ist es, das Flottenmanagement und die Instandhaltung nicht nur punktuell, sondern ganzheitlich mit datenbasierten Ansätzen zu unterstützen und so intelligente, effizientere Prozesse zu ermöglichen. WheelSense ist dabei erst der Anfang und lässt sich auf viele weitere Themen übertragen.

Was motiviert dich persönlich, daran zu arbeiten, Bahnsysteme mit Technologie besser und zukunftsfähiger zu machen?

Ich finde es spannend, mit Technologie Komplexität zu reduzieren und Systeme zu bauen, die den Nutzer nicht überfordern, sondern ihm konkret helfen. Wenn wir es schaffen, mit unseren Produkten Aufgaben einfacher, transparenter oder schneller zu lösen, dann ist das für mich die beste Motivation. Innovation heißt für mich nicht, möglichst futuristisch zu wirken, sondern echten Mehrwert zu schaffen, der in den operativen Prozessen spürbar ist.

© Track Forward GmbH